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  • Liquid Chalk Test

    Wie gut ist Liquid Chalk wirklich? Ich habe das Liquid Chalk von via Fortis einem härte Test unterzogen.

    Was ist Liquid Chalk?

    Chalk oder auch Magnesium benutzt man beim Klettern und Bouldern, um besseren Grip an den Klettergriffen zu haben.

    Wenn wir uns bewegen und uns körperlich anstrengen, schwitzen wir an den Händen. Der eine mehr, der andere weniger. Feuchte, schwitzige Hände sind aber beim Klettern hinderlich, da man leichter von den Griffen abrutscht.

    Um dies zu verhindern, nutzen Kletterer ähnlich wie Kraftsportler oder Turner, Magnesium, um ihre Handflächen trocken zu halten.

    Chalk gibt es in vielen verschiedenen Formen, als Pulver oder als feste Blöcke. Seit einigen Jahren hat das flüssige Magnesium oder auch Liquid Chalk in der Boulder-Szene an Beliebtheit zugenommen.

    In manchen Hallen und besonders auf Contests ist Magnesium nur noch in flüssiger Form als Liquid Chalk erlaubt. Warum das so ist, erkläre ich dir im nächsten Abschnitt.

    Pros und Contras von Liquid Chalk.

    Der Grund dafür ist ganz einfach. Das Liquid Chalk ist beim Auftragen noch in flüssiger Form, dadurch wird nahezu kein Magnesium in die Luft gewirbelt.

    Auch beim eintauchen in den klassischen Chalkbag wirbelt der Kletterer eine Menge Magnesium auf, welches dann längere Zeit in der Luft bleibt, bevor es sich auf dem Boden der Kletterhalle absetzt.

    Hier wird es wieder aufgewirbelt und gerade bei einer gut besuchten Halle oder einem Wettkampf mit vielen Kletterern kann das schnell zu einem Ärgernis werden.

    Ein weniger offensichtlicher Vorteil von Liquid Chalk ist, dass es auf Grund seines hohen Alkoholgehalts desinfizierend wirkt. Dies ist besonders seit dem aufkommen vom Corona Virus in diesem Jahr ein triftiger Grund, vermehrt auf Liquid Chalks zu setzten.

    Ein Nachteil von Liquid Chalk ist der Preis. Liquid Chalk ist im durchschnitt teurer, als das Magnesium in reiner Pulver Form. Generell lässt sich sagen, umso mehr das Magnesium verarbeitet wird, umso teurer wird es logischer Weise im Verkauf.

    Ebenfalls nachteilig ist die Verpackung des Liquid Chalks. Während Chalk Blöcke zumindest manchen Fällen, in Umweltfreundlichem Papier daher kommen oder direkt mit der Schippe in das Chalkbag gefüllt werden können, ist das Liquid Chalk bisher nur in Plastik Tuben erhältlich. Welche bekanntermaßen weniger umweltfreundlich entsorgt werden können und auch in der Produktion mehr Wasser und co2 verbrauchen als Papierverpackungen.

    Eine Lösung wäre es, hier auf 100% recyceltes Plastik zurückzugreifen, sodass die Emissionen der Verpackungen minimiert werden können. Ebenfalls ist die Verarbeitung und Herstellung von Liquid Chalks wahrscheinlich mit mehr Emissionen und Rohstoffen verbunden, als es beim reinen Magnesium der Fall ist.

    Diese Einschätzungen beruhen lediglich auf meinen persönlichen Überlegungen zum Thema Liquid Chalks.

    Meine Meinung zum Liquid Chalk von VIA FORTIS.

    Ich durfte das Liquid Chalk von VIA FORTIS testen und selber herausfinden, wie gut Liquid Chalks beim Klettern performen.

    Ich habe es beim Bouldern in der Kletterhalle eingesetzt und vergleiche es mit Magnesium in Pulver Form, weil es das erste mal überhaupt war, dass ich Liquid Chalks ausprobiert habe.

    Was mir zuerst auffiel, dass Liquid Chalk ist weniger eine Paste, wie ich es eigentlich erwartet hätte, sondern wirklich flüssig.

    Nachdem ich das Liquid Chalk großzügig auf meinen Handflächen verteilt hatte, rieb ich es kurz ein. Anschließend habe ich die Flüssigkeit antrocknen lassen, wie ich es zuvor schon in vielen Videos und auch bei Anderen Kletterern beobachtet hatte.

    Nach gefühlten 10-15 Sekunden bildete sich eine dicke weiße Schicht auf meinen Händen. Was mir sehr gut gefallen hat: kein Magnesium wird verschwendet. Weder beim Auftragen noch beim Klettern wird, wie sonst üblich, Chalk in die Luft gewirbelt.

    Das war für mich persönlich ein großer Pluspunkt, weil ich unnötige Verschwendung überhaupt nicht leiden kann. Auch cool fand ich, dass das Magnesium fast schon hart wird und dadurch länger auf der Haut bleibt als das Chalk Pulver.

    Durch den hohen Alkoholgehalt hatte ich außerdem das Gefühl, dass meine Hände zusätzlich getrocknet werden und das ist besonders bei schwitzigen Händen sehr nützlich.

    Weniger gut hat mir gefallen, dass das Chalk wirklich sehr flüssig war, was das auftragen etwas schwer gemacht hat. Dazu ist aber auch zu sagen, dass es ein wirklich sehr heißer Tag in der Kletterhalle war. Ich könnte mir vorstellen, dass das Liquid Chalk etwas dickflüssiger ist, wenn es nicht ganz so heiß wird.

    Ich habe auch weniger Liquid Chalk verbraucht, als ich vorher erwartet hatte.

    Zusammenfassend kann ich das Liquid Chalk auf jeden Fall empfehlen, weiß jedoch noch nicht, ob es das Pulver in meinem Fall vollständig ersetzen wird. Ich werde es aber definitiv öfter verwenden und verstehe nun endlich, warum das Liquid Chalk so ein beliebtes Produkt in der Kletterszene geworden ist. Vor allem durch seine desinfizierende Eigenschaft in der Corona-Virus Zeit.

    Wenn du dir dein eigenes Bild vom Liquid Chalk machen willst, kannst du es dir hier bestellen.

    Stay chalked.

    Robin Hess